Businchari: ein Neuanfang für einen alten Kakao - Original Beans

Businchari: ein Neuanfang für einen alten Kakao

Über Jahrhunderte hinweg waren die Arhuaco durch das Eindringen von Eroberern und Siedlern und durch die Kokakriege gezwungen, ins Hochland zu flüchten. Erst kürzlich konnten sie in ihre Stammesgebiete und heiligen Stätten zurückkehren, die an der Karibikküste La Lengüete liegen. Geschützt von der Wildnis der Regenwälder hat ein alter und sehr seltener Kakao, der Businchari, im Land der Arhuaco überlebt und über Jahrhunderte hinweg ihre tiefen und sanften Aromen von süßen Gewürzen, Zitronengras, Lakritz und Sesam bewahrt. Der Stamm hat vor Kurzem mit Stolz begonnen, den Businchari, den sie als Geschenk ihrer Urahnen ansehen, zu ernten. Businchari bedeutet Sonnenaufgang und Neuanfang – und genau so sehen die Arhuaco das Wiederaufleben ihrer Kakaokultur.

Deshalb haben sie in der letzten Zeit Setzlinge von den beliebtesten und fruchtbarsten ihrer alten Kakaobäume auf ihrem Land neu eingepflanzt. Unser Partner vor Ort, Cacao de Columbia, hat mit viel Einsatz die aromenreichsten und fruchtbarsten der einheimischen Kakaos identifiziert und fortgepflanzt. Dabei haben sie versucht, die Kakaos möglichst resistent gegen Schädlinge und Krankheiten zu machen. Sie haben Probefelder angelegt, die als Edelkakao-Bibliotheken dienen und gleichzeitig den Arhuaco gezeigt, wie man Kakao nachhaltig und im Schatten anbaut. Auf dem gleichen Land, auf dem Koka und Marijuana vor nicht allzu langer Zeit als Kraftstoff für die brutalen Drogenkriege gedient haben, leitet nun der Kakao als Zeichen des Friedens einen Neuanfang für die Arhuaco und ihre Nachbarn ein. Im Jahr 2007 haben die Arhuaco aus traditionellen Häuschen ihre erste Siedlung an der Küste erbaut, wo sie ihre alten Bräuche ausleben und ihr Land im Einklang mit ihrem Glauben schützen können.

In der Gruppe des Businchari Kakaos gibt es einen ganz besonders seltenen Kakao, den weißen Bunsi. Vorherige Bewohner des Landes glaubten fälschlicherweise, dass dieser Bunsi mit seinen ungewöhnlichen weißen Bohnen und runzligen Schoten von einer Krankheit befallen sei – deshalb fällten sie die Kakaobäume. Dennoch hat der Bunsi versteckt im Schatten des Waldes überlebt. Wir kennen den exakten genetischen Ursprung des Bunsi nicht, aber Wissenschaftler nehmen an, dass die Sierra Nevada de Santa Marta der Geburtsort des berühmten Criollo Blanco sein könnte. Von hier, so glauben sie, hat er sich nach Süden, in den Amazonas ausgebreitet sowie nach Norden in die Wälder der Maya. Heute ist der Bunsi sowie die anderen einheimischen Businchari Kakaos bedroht vom Boom der Hybridkakaos der Region: Nicht heimische Hybride wurde ausgewählt um die große Vielfalt der einheimischen Kakaos zu ersetzen. Da sie die alten Kakaos als Geschenk ihrer Vorfahren betrachten, sind die Arhuaco entschlossen, den Businchari Kakao auf ihrem Land zu schützen. Der biologische Anbau dieser aromenreichen Kakaos fügt sich perfekt in die traditionelle Philosophie und die Lebensweise der Arhuaco ein.

„Es ist uns wichtig, beim Kakaoanbau unsere Traditionen zu wahren. An modernen Hybriden sind wir nicht interessiert. Die passen einfach nicht in unsere Vision von nachhaltigem Anbau.“

„Wir interessieren uns für Qualität und nicht unbedingt für Quantität, daher suchen wir nach Partnern, die unsere Ziele unterstützen. Unsere landwirtschaftlichen Praktiken müssen mit der spirituellen Führung unserer Mamos im Einklang sein. Alles, was wir anbauen, ist biologisch und wir zwingen die Natur nicht, mehr zu produzieren, als sie von alleine tun würde. Außerdem passen wir auf Wasserquellen und -ströme auf, denn unsere Mamos lehren uns, dass der Schutz der Wasserwege eine der wichtigsten Pflichten ist, die wir beim Schutz des Herzens der Welt erfüllen müssen.“

Die Kakaoernte von den wenigen Kakaobäumen der Arhuaco ist gering und es ist uns eine große Ehre, dass wir gemeinsam mit unserem Partner Cacao de Columbia ihre ganze Ernte aufkaufen dürfen. Der Kakao wächst an der Küste und am Rande des Gebirges, bis zu 800 Meter hoch. Es kostet die Arhuaco bis zu 10 Stunden, ihren Kakao auf Pferden aus den Tiefen der Wälder zu der nächstgelegenen Straße zu bringen. Die feuchten Kakaobohnen in ihrem süßen Fruchtfleisch werden dann von unserem Partner Cacao de Columbia in die Dörfer gebracht und von dort aus zu den Fermentations- und Trocknungszentren. Hier wird der Kakao je nach Jahreszeit für fünf bis sieben Tage in hölzernen Boxen fermentiert. Die Experten von Cacao de Columbia machen aus der Fermentation wahrlich eine Kunst, sodass die flüchtigen würzigen Noten erhalten bleiben. Dies erreichen sie durch die ständige Überwachung des Ph-Wertes, des Zuckergehaltes und der Temperatur.

Als sie noch im Hochland lebten, haben die Arhuaco es geschafft, unter herausfordernden Bedingungen auf schwierigen Böden Kakao anzubauen. Es dauerte Tage, die Kakaos zu den Städten im Tal zu bringen, wo sie ihren Kakao unter Marktwert an die Mittelmänner verkauften, die aus guten Gründen ‚Coyotes‘ genannt werden. Mit der Unterstützung unseres Partners Cacao de Columbia bauen die Arhuaco nun auf ihren Stammesgebieten einen der besten und aromenreichsten Kakaos der Welt an. Durch den direkten Handel mit den Arhuaco haben wir den lokalen Kakaopreis deutlich angehoben und somit das Einkommen der Arhuaco, das sie nutzen, um Schulen aufzubauen und ihre Kinder zum Arzt zu bringen. Zuvor hatten die Arhucao ihre Bohnen selbst getrocknet, nun verkaufen sie die feuchten Bohnen für einen besseren Preis an Cacao de Columbia und sind nicht länger für die Risiken verantwortlich, die das Trocknen mit sich bringt.

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